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vier Jahrzehnte ist es her, dass eine kleine Gruppe von Frauen, darunter Gudrun und ich, den Verein BeFF – Berufliche Förderung von Frauen – gegründet hat. Was aus einer Initiative von „Frauen helfen Frauen“ entstand, ist heute fester Bestandteil der Gleichstellungslandschaft in Baden-Württemberg.
Liebe Gudrun, eine zentrale Erkenntnis für mich damals war: Wirtschaftliche Eigenständigkeit als Frau ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Gleichzeitig fanden Frauen nach Trennung oder Familienphase kaum Unterstützung für den beruflichen Wiedereinstieg. Gab es für dich einen Moment, in dem klar war: Wir müssen handeln?

Ja – es war kein einzelner Moment, sondern viele kleine. Frauen, denen nach Jahren der Familienarbeit nichts mehr zugetraut wurde. Denen Fortbildung verwehrt blieb. Oder die wegen ihrer Kinder gar nicht erst eingestellt wurden. Das hat mich wütend gemacht.
Diese Wut kenne ich. Gespräche mit gut ausgebildeten Frauen, denen nur Teilzeit- oder Minijobs zugetraut wurden, haben mir gezeigt: Wir brauchen eine Anlaufstelle, die stärkt und Perspektiven eröffnet …
… und zugleich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in die Pflicht nimmt. Denn wenn Frauen ihre Qualifikation nicht einbringen können, verliert auch die Wirtschaft.
Springen wir ins Heute: Wo stehen Frauen im Berufsleben in Baden-Württemberg?
Sichtbarer, selbstbewusster, besser vernetzt. Frauen sind in fast allen Branchen präsent, viele hervorragend qualifiziert.
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